Simulation und Messung des Streufaktors bei Untersuchungen mit einer Doppelkopf Gamma-Kamera

Prof. Dr. U. Pietrzyk / A. Zakhnini (Leiter und Mitarbeiter)

Die Bildgebung mit Gammakameras ist eine im Rahmen der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapiekontrolle klinisch sehr häufig eingesetzte Methode. Die Quantifizierung der Messergebnisse ist jedoch aus fundamentalen physikalischen Gründen auch derzeit immer noch lediglich eingeschränkt möglich. Dies liegt in der Methode der Bildgebung begründet, die auf die Erfassung einzelner Gammaquanten aus dem Zerfall radioaktiver Kerne beruht. Die Gammaquanten unterliegen sowohl im Körper des Patienten, als auch in den Teilen der Gammakamera, wie Patientenunterlage/Tisch, Kollimator, Szintillationskristall der Streuung mittels Compton-Effekt. Bei bestimmten Isotopen kann die Auswahl des Energiefensters den störenden Untergrund an gestreuten Ereignissen ausreichend vermindern, jedoch ist dies z.B. bei Jod-131, welches eine Reihe an einzelnen Linien im Zerfallsspektrum aufweist, nicht mehr einfach zu gewährleisten. Um trotzdem eine Abschätzung des Anteils an gestreuten in den als "echt" gewerteten Ereignissen zu erhalten, wurde die im Helios Klinikum Wuppertal benutzte Gammakamera im Rahmen des GATE Programmpakets simuliert. Die verschiedenen Beiträge aus der Streuung der Gammaquanten in den als vermeintlich "echt" gewerteten Spektren wurden dann mit den tatsächlich in der Gammakamera gemessenen Spektren verglichen und ein Korrekturfaktor abgeleitet. Dadurch kann die Quantifizierung hinsichtlich der Anwendung in der Dosimetrie deutlich verbessert werden.

Laufzeit: 8/2008 - 11/2009

Abschlussarbeiten:

  • A. Zakhnini (Diplomarbeit, 2009): "Simulation und Messung des Streufaktors bei Untersuchungen mit einer Doppelkopf Gamma-Kamera"

Veröffentlichungen:

  • Pietrzyk U, Zakhnini A, Gasthaus K: A Study to determine the Scatter Correction Factor for measurements with a Dual Detector Gamma Camera. Nuklearmedizin, 2010; 49: A90, P43.